Weinheim hat endlich eine Klimamanagerin

Weinheimer Nachrichten vom 20.1.2020

Zwischen Ute Timmermann und der neu geschaffenen Stelle einer Klimaschutzmanagerin in der Weinheimer Stadtverwaltung war es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. „Ich hätte es gar nicht übers Herz gebracht, mich nicht dafür zu bewerben“, sagt die Diplom-Biologin, die am 1. Juli ihren neuen Arbeitsplatz angetreten hat.

Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht, ist auch Jutta Ehmsen, die Leiterin des Amtes für Klimaschutz, Grünflächen und Technische Verwaltung überzeugt davon, dass die Stelle der neuen Kollegin eigentlich auf den Leib geschneidert ist. Eine solche Übereinstimmung zwischen Anforderung und Profil habe man selten.

Ute Timmermann ist in Weinheim geboren, aufgewachsen und hat die meiste Zeit ihres Lebens in Weinheim gewohnt. Ihr Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben – hauptberuflich und ehrenamtlich. Erfahrung im Klima- und Umweltmanagement sammelte sie zum Beispiel schon vor über zehn Jahren als Umweltbeauftragte bei der Kirche. Die Weinheimer Johannisgemeinde gehörte seinerzeit mit Ute Timmermann zu den Pionieren in Sachen Umweltschutz und wurde unter anderem mit dem Grünen Gockel ausgezeichnet. Auch bei den ersten Tagungen des „Runden Tischs Energie“ war die naturverbundene Mutter von zwei Söhnen aktiv dabei. „Ich freue mich, dass das Thema Klimaschutz bei den Weinheimern trotz Corona noch auf der Agenda steht, und ich hoffe, dass wir gemeinsam in den nächsten Jahren viel erreichen werden“, sagt sie.

Der Gemeinderat hat im Frühjahr die 50-Prozent-Stelle einer Klimaschutzmanagerin ausdrücklich gewünscht und genehmigt. Ihre Hauptaufgabe wird die Einführung eines Klimaschutzmanagements und die Zertifizierung der Stadt Weinheim nach dem European Energy Award (EEA) sein. Dabei wird auf Basis einer detaillierten Bestandsaufnahme ein Maßnahmenprogramm ausgearbeitet, das die Klimafreundlichkeit der Stadt deutlich verbessern soll. Die Umsetzung der Maßnahmen wird regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachgesteuert. Ute Timmermann wird dabei das ämterübergreifende Klimaschutzteam leiten, das Schwachstellen analysieren und neue Projekte und Ideen entwickeln soll. Die sechs Maßnahmenbereiche sind Planung und Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation. Schon aus diesem Leitfaden wird klar, dass die Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung eine Querschnittsaufgabe zu erfüllen hat. Dazu passt, dass ihr Netzwerk in der Stadt groß ist. Ihr Fachwissen als Diplom-Biologin ist unstrittig, ihre Erfahrungen im Umweltschutzengagement sind einschlägig.

Ute Timmermann freut sich auf die neue Aufgabe, die ihre eine doppelte Herzensangelegenheit ist: für Weinheim und für den Klimaschutz. Die ersten Tage in der neuen Tätigkeit waren schon interessant und mitunter amüsant. „Als ich meiner Familie gesagt habe, dass ich Klimaschutzmanagerin in Weinheim werde, hat sich das wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Einmal wurde ich gefragt: Wäschd du jetzt Umweltminischderin vun Woinem?“ Jedenfalls will Ute Timmermann auch ohne Ministerposten Ideen aus der Bürgerschaft sammeln, am besten unter: klimaschutz@weinheim.de

Kommentar : Norbert Kramer Sprecher des RTE Weinheim 
Es gibt viele aktive Weinheimer  Gruppen : Parents for Future, Fridays for Future, RTE Weinheim und viele andere. Die Hoffnung ist, das die neue Klimamanagerin diese Menschen aktiv in Ihre Arbeit einbindet. 

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